Projekt Nr. 2: Förderung eines Info- und Museumshaus

Zur Verfolgung dieses Ziels hatte sich 2008 aus dem Kreis unserer Mitglieder und externer Partner ein kompetentes interdisziplinär besetztes Team aus Bau-, Denkmalschutz- und Museumsfachleuten zusammengefunden. Auf Basis der gemeinsamen zusammengetragenen Ergebnisse der Gespräche verfasste Christoff Jenschke ein Grundkonzept und es wurden Möglichkeiten und Kriterien einer wissenschaftlich und touristisch interessanten Umsetzung erörtert sowie erste entsprechende Planungsdokumente angelegt und Umsetzungsmöglichkeiten geprüft.

Leitidee war es, vor Ort ein möglichst authentisch im Stile des bauzeitlichen Originals wieder hergestelltes und eingerichtetes Anschauungsobjekt zu haben, welches dann auch als Muster für denkmalinteressierte Bewohner dienen könnte. Dieser Betrieb hätte eventuell durch verschiedene Programmangebote ergänzt und mit geeigneten Partner oder eigenständig betrieben werden können.

Soweit die Idee. Zu einer direkten Umsetzung durch den Verein kam es zwar nicht, dennoch wurde zwischen 2010 und 2012 zwei Projekte realisiert, die unserem ursprünglichen Ziel heute recht nah kommen:

Info-Station mit Ausstellung und Café

Im Rahmen des vom Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) aufgelegten Förderprogramms "Nationale Welterbestätten" beantragte die Deutschen Wohnen AG eine Ko-Finanzierung für die denkmalgerechte Wiederherstellung eines Ladenlokals mit angeschlossener Wohneinheit im Kopfbau des Hufeisens. In den farblich authentisch wieder hergestellten Räumen der lange nahezu ungenutzten "Info-Station" (Fritz-Reuter Allee 44) betreibt der Verein der "Freunde und Förderer der Hufeisensiedlung Berlin-Britz" gemeinsam mit dem auf Stadtführungen zu Architekturthemen spezialisierten Büro "Ticket B" ein Café. Das an zwei Nachmittagen die Woche von uns ehrenamtlich geöffnete Café ist jedoch nicht nur Treffpunkt für Bewohner und Besucher - es ist zugleich Eingangsbereich zu einer informativen Ausstellung, welche von der Deutschen Wohnen AG finanziert und von dem mit Siedlung, Architektur und Verein gut vertrauten Gestalter Ben Buschfeld realisiert wurde. Seit Juni 2012 haben Besucher und Bewohner nun eine Anlaufstelle, wo sie viel Wissenswertes über Geschichte, Bewohner und das Leben in der Hufeisensiedlung erfahren. Einige grundlegende Infos über die andere fünf Welterbesiedlungen und eine bauzeitliche Original-Kücheneinrichtung aus Beständen des Gehag Archivs runden das Angebot ab.

Mietbares Museum "Tautes Heim"

Komplett ohne öffentliche Fördermittel entstand zwischen 2010 und 2012, aus der privaten Initiative zwei langjähriger Bewohner heraus, außerdem das Projekt www.tautes-heim.de. Hierbei handelt es sich um ein sehr denkmalgerecht und authentisch restauriertes Haus, welches mit Liebe zum Detail im Stile der 1920-300er Jahre möbliert wurde und das Architekturfans, Geschichtsinteressierte und Berlin-Reisende als Studienobjekt und Ferienhaus mieten können. Sowohl die Innenräume als auch denkmalgerecht wieder hergestellte Garten stiessen bereits während der Restaurierung auf großes Interesse. 2013 wurde Tautes Heim mit dem Berliner Denkmalpreis, der "Fredinand-von-Quast-Medaille" sowie mit dem "European Prize for Cultural Heritage / Europa Nostra Award" in der Kategorie Konservation ausgezeichnet, der als eine Art Oscar der Denkmalpflege gilt und in Berlin sonst bislang nur an das Neue Museum und die Max-Liebermann-Villa in Wannsee vergeben wurde. "Tautes Heim" wurde mehrfach in Fernsehen, Presse und Medien vorgestellt. Die beiden Betreiber sind gleichzeitig gute Kenner der Baugeschichte, zählen zu den Mitinitiiatoren und Unterstützern unseres Vereins und haben u.a. auch diese Website und die Ausstellung in der Infostation fachlich realisiert. Der Besuch von "Tautes Heim" ist nur im Rahmen eines Mietverhätnisses oder zu besonderen Anlässen möglich.

Mehr Infos zu Café und Ausstellung im Hufeisen.