Material- und Konstruktionserläuterungen

Konstruktion und Baustoffe der Einfamilien-Reihenhäuser sind konventionell und entsprechen in ihrer Gesamtkonzeption dem in Berlin vorhandenen technischen Baustandard. Eine Ausnahme bildete hier der Versuch eines rationalisierten, mechanisierten Bauverfahrens, das die Kosten für die Gebäude erheblich senken sollte. Jedes Gebäude sollte in einem Zeitraum von 99 Tagen errichtet werden. Alle Einfamilien-Reihenhäuser wurden in massiver Ziegelbauweise erstellt, deren statisch tragende Längswände die Deckenlast aufnehmen.

Aus wärmetechnischen Gründen waren die Außenwände generell 38 cm stark, auch wenn dies nach statischen Gesichtspunkten nicht erforderlich war. Die nichttragenden Innenwände wurden aus 5 cm dicken Leichtbauplatten erstellt. Kellerdecke und die Decke des im ersten Obergeschoss liegenden Badezimmers sind als Stahlsteindecke (System Sperle) ausgeführt. Die Wohnräume im Erdgeschoss erhielten auf der Kellerdecke als Wärmedämmung eine Lehmfüllung und einen auf Lagerhölzern aufliegenden Holzdielenfußboden. Küche und Bad haben als Nassräume einen Terrazzofußboden erhalten. Das erste Obergeschoss und das Dachgeschoss haben eine Holzbalkendecke mit Holzstakung und Aschenauffüllung als Schalldämmung. Der Fußboden ist in den Wohnräumen wie im Erdgeschoss mit einer Holzdielung belegt. Wegen der minimierten Wohnfläche in den Häusern musste auf kleinster Grundfläche eine Treppe eingebaut werden, die die  Geschosshöhen von 3 m bzw. 2,90 m in einem vertretbaren Steigungsverhältnis überwand. Die Treppe wurde als Holzkonstruktion erstellt und als standardisiertes Bauelement von der GEHAG auch bei weiteren zu erstellenden Siedlungen verwendet.

Das Satteldach der Einfamilien-Reihenhäuser ist als Pfettenkonstruktion mit liegendem Stuhl ausgebildet. Gedeckt ist das Dach mit Biberschwanzziegeln in Kronendeckung. Die technische Ausstattung der Häuser ist denkbar einfach und konventionell. Alle Wohnräume wurden mit Kachelöfen beheizt. Die Küche war eher im Sinne einer Wohnküche geplant und besaß nur wenige auf die Nutzung bezogene Einbauten. Es gab einen fest eingebauten Speiseschrank unter dem Fenster, ein Ausgussbecken aus Stahl und ein Spülbecken mit Ablauf. Ihre Beheizung erfolgt durch einen fest eingebauten Kochherd (Kochmaschine), der ergänzt wird durch eine zweiflammige, gasgespeiste Kochstelle. Das Bad ist mit einer freistehenden Badewanne, einem Badezimmerofen zum Erwärmen des Badewassers und Heizen sowie mit einem Wasserklosett ausgestattet.

Hinweis: Alle Grundrisse und Schnitte sind im Maßstab 1:100 gezeichnet. Sie werden bei der dynamischen Generierung des PDFs und in 100% Ausdruckgröße korrekt angezeigt. Dennoch sind alle Abmessungen vor Ausführung am Objekt zu prüfen.

 

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