Vorbemerkungen zu den Gutachten

Diese Informationsplattform basiert auf den beiden denkmalpflegerischen Gutachten der Büros Winfried Brenne Architekten (Gebäude) und der Garten- und Landschaftsarchitektin Katrin Lesser (Private Gärten- und Freiflächen). Alle für die konkrete Bearbeitungen von Fragen rund um die Erhaltung und Pflege einzelner Häuser, Gärten und Wohnungen notwendigen Informationen sollen innerhalb der Informationsplattform abrufbar sein. Die Büros gehen im Vorwort des jeweiligen Gutachtens und zum Gebrauch von den innerhalb der Plattform gezeigten Informationen von folgenden Voraussetzungen aus.


Vorbemerkungen zu den Gärten und Freianlagen

Zu allen öffentlichen, dem Bezirk gehörenden Freiflächen werden innerhalb der Informationsplattform keine Vorgaben gemacht. Das 2003 erstellte Gutachten zum historischen Bestand der Freianlagen hat zwar auch zu diesen Flächen eine gartendenkmalpflegerische Untersuchung vorgelegt. Die aktuelle Planung für die bauliche Umsetzung ist aber nicht Gegenstand der damaligen Untersuchung, sondern wird vom Bezirk oder von ihm beauftragten Dritten geplant und moderiert.


Vorbemerkungen zu den Grundrissen und Schnitten

Auf Grundlage der Bauakten sind die Grundrisse unterschieden worden. Kriterien hierfür waren die qm-Zahlen und Anzahl der Räume. Für den Bauabschnitt VI gibt es bei den Einfamilienreihenhäusern drei, und bei den Geschosswohnungen vier Hauptgrundrisstypen.

Die drei Einfamilienreihenhaustypen haben 2 1/2, 3 1/2 und 4 1/2 Zimmer mit Achsmaßen von 5m (2 1/2 und 3 1/2 Zimmer) bzw. 6 m (4 1/2 Zimmer). Die einzelnen Varianten der drei Hauptgrundrisstypen entstehen in den meisten Fällen durch die veränderte Giebelsituation sowie die dadurch bedingte andere bzw. zusätzliche Anordnung der Fenster.

Die beiden kleineren Häuser haben die Küche immer im Erdgeschoss auf der Eingangs- und Gartenseite, das größere zum Fußweg hin angeordnet.

Es ist darauf hinzuweisen, dass die Angaben der Wohnungsgrößen sich nach der Quadratmeterzahl aus den Bauakten richtet. Diese unterscheidet sich von den Wohnungsgrößen der Deutschen Wohnen, was auf unterschiedliche Berechnungsbasis zurückzuführen ist.

Für die Einfamilienreihenhäuser sind zu jedem Typ sowie der Variante jeweils alle Grundrisse (KG, EG, 1. OG, DG), angegeben. Grundriss- und Schnittzeichnungen sind auf der Basis von Bauakten - die vor Ort kontrolliert wurden - erstellt; d.h. die angegebenen Maße sind Rohbaumaße. Die Grundrisse der Einfamilienreihenhäuser sind durch die qm-Zahl der Hauptgrundrisstypen bezeichnet, die hinter dem Punkt angegebene Zahl bezeichnet die Varianten.

Alle Grundrisse und Schnitte sind im Maßstab 1:100 gezeichnet.


Vorbemerkungen zu Fassaden, Ansichten

Verschiedene Unterlagen wurden für eine Einordnung und Unterscheidung der Fassaden herangezogen: die Bauakten, historische Fotos aus dem Köster-Archiv, dem GEHAG Archiv, der Landesbildstelle und dem Bauhaus Archiv. Die Bauakten stimmten nicht immer mit der Bauausführung überein, bzw. sind zum Teil zu undifferenziert dargestellt. Anhand historischer und aktueller Fotos, sowie der Kontrolle vor Ort, konnten nachträgliche Änderungen festgestellt und eine Einordnung der Fassaden vorgenommen werden. Der Bauabschnitt VI besteht aus Geschossbauten und Einfamilienreihenhäusern, die in 14 Blöcken zusammengefasst sind. Trotz unterschiedlicher Grundrisstypen sind die Fassaden der Geschossbauten mit ihren Elementen ähnlich. Entscheidend für die vielfältigen Ansichtszeichnungen waren jedoch die Giebel Situationen, Gebäudeenden, Fenster, Balkon- oder Loggienausbildungen oder die Anschlüsse und Verbindungen mit den Einfamilienreihenhäusern. Diese sind ebenso mit allen ihren unterschiedlichen Ausbildungen bei allen drei Typen aufgezeichnet worden.

Da sowohl die Geschossbauten wie die Einfamilienreihenhäuser immer die gleiche Geschosshöhe haben (und die Höhenunterschiede nur in der Sockelzone variieren) wurden deshalb nicht von allen Gebäuden ein Aufmaß genommen, sondern das aus den Bauakten bekannte Maß überprüft und nur bei abweichenden Situationen gemessen. Alle angegebenen Maße sind Fertigmaße.

Das zeichnerische Ergebnis ist eine Zusammenfassung verschiedener Aufmaße. So sind die Maße der detailliert aufgenommenen Fensteröffnungen, Hauseingänge oder Balkone und Loggien übernommen und eingearbeitet worden, damit eine exakte Übereinstimmung von Fassadenmaßkette und dem Maß der Fassadenelemente erreicht wird.

In Ausnahmefällen sind Maße aus der Bauakte übernommen, oder auch errechnet worden, wenn ein Aufmaß ohne Gerüst z.B. nicht möglich war. Die Fassaden wurden nicht nach Typen geordnet, vielmehr sind sie zur besseren Auffindbarkeit durchnummeriert.

Alle Ansichten sind im Maßstab 1:100 gezeichnet.


Vorbemerkungen zu Fassaden, Sockelzone

Im Bauabschnitt VI gibt es bei allen Baublöcken einen um die Geschossbauten und Einfamilienreihenhäuser herumlaufenden einheitlichen Sockel aus Ziegelmauerwerk im Gotischen Verband, flächengleich mit dem Fassadenputz. Mit Ausnahme der Läden und der Eingangsseite der Einfamilienreihenhäuser bezeichnet die Sockelzone die Schnittlinie zwischen Erd- und Kellergeschoss. Die Höhe des Sockels richtet sich dementsprechend nach der Geländemodulation.

Die Einfamilienreihenhäuser zeigen auf den Vor- und Rückseiten unterschiedliche Ausbildungen, wobei den Kellerfenstern meistens Lichtschächte vorgesetzt sind. Da die Kellerfenster immer auf der gleichen Höhe liegen, variieren deshalb bei abfallender Topografie (zur Gielower Straße hin) die Lichtschächte in der Höhe. Aus diesem Grunde liegen die Lichtschächte auf den Rückseiten der Einfamilienreihenhäuser, zur Gielower Straße hin, teilweise unterhalb der Kellerfensteroberkante bzw. fehlen ganz. Diese Situation ist hier einmal fotografisch bzw. als Isometrie/Schnitt zeichnerisch dokumentiert. Für den Normalfall gibt es vier Varianten der Lichtschächte.

Die Eingangsseiten der Einfamilienreihenhäuser zeigen eine gene­rell 12 Stein hohe, putzbündige Sockelzone, ebenfalls im Gotischen Verband. Davor zieht sich über je zwei Reihenhäuser (bei den vorgeschobenen Häusern an der Gielower Straße nur über eine Hausbreite) eine 58 cm vorstehende Stufe, in die auch die Lichtschächte integriert sind. Die Aufsicht der beiden verschiedenen Lichtschächte sind in ihren Kombinationen hier im Maßstab 1 : 25 dargestellt.

Die Kellerfenster selbst sind im allgemeinen aus Metall. In den Waschküchen können die etwas größeren Fenster auch aus Holz sein (s. Isometrie/Schnitt der Gielower Straße 47, Rückseite), wobei es dafür jedoch keine Regel gibt.


Vorbemerkungen zu Fassade, Hauseingänge

Im gesamten Bauabschnitt VI der Groß-Siedlung Britz sind die Hauseingänge der Einfamilienreihenhäuser (Hauseingang Typ C) sind bei allen drei Haustypen in der Gestaltung gleich.

Von den Fußwegen sind sie durch das Gittertörchen (auf dem die Hausnummernschilder befestigt sind) auf geradem Wege zu erreichen. Stufen, die jeweils zwei Reihenhäuser verbinden, gleichen die Höhenunterschiede aus (s. Abschnitt 5.0); darin eingelassen sind die vermutlich später eingefügten Fußabstreifer. Die Haustüren liegen in einem mit der Putzfläche bündigen Rahmen mit (nicht zu öffnendem) Oberlichtfenster, davor liegt nur die rahmenartige Abdeckleiste. Darüber ragt ein Vordach aus Stahl vor, mit einer nach vorne abfallenden Glasabdeckung. Während die Konstruktion heute noch original und überall erhalten ist, fehlt die seitliche Verkleidung generell.

Die Beschläge der Haustüren sind heute fast nirgendwo mehr erhalten, zeigen aber auch auf den Köster-Fotos keine Einheitlichkeit. Hauseingang C verfügte über eine runde Klingeltaste, die heute jedoch ebenfalls nirgendwo mehr vorhanden ist. Die Bestandsaufnahme der Hauseingänge erfolgte in Untersuchung und Aufmaß vor Ort, da detaillierte Planunterlagen nicht vorhanden sind. Ansichten, Schnitte und Grundrisse sind im Maßstab 1 : 25, Details im Maßstab 1 : 2,5 und die Isometrien des Vordachs im Maßstab 1 : 10 dargestellt.


Vorbemerkungen zu den Fenstern

Die vielfältigen Fensterformen und unterschiedlichen Positionen in der Fassade bestimmen wesentlich die Gestaltung der Blöcke, wobei die Farbigkeit der Fenster unterstützend und verstärkend wirkt. Die unterschiedlichen Fensterformen, Größen und Aufteilungen entwickeln sich aus der Nutzung der dahinterliegenden Wohnräume. So ergibt sich beispielsweise das viergeteilte Küchenfenster, (A, H, L, J) aus der Funktion des Kochens; (dabei kann je nach Stärke des Wasserdampfes ein kleines oder großes Fenster, Balkontür oder Kippflügel zur Belüftung geöffnet werden). Die anderen Räume haben je nach Größe ein- bis vierflüglige Fenster, mit oder ohne Balkontür und Oberlichtfenster (B, C, D, G, I, K). Die Oberlichtfenster fallen generell bei den Wohnräumen im 1. 0G und Dachgeschoss der Einfamilienreihenhäuser weg (E, F). Die kleineren Fenster sind für die Bäder bestimmt. (M, N, 0, P, Q, R). Das Badezimmerfenster (R) ist das einzige Wohnungsfenster, das fast flächig mit Vorleistung, wie die Dachbodenfenster, in der Fassade liegt. Alle anderen Wohnungsfenster sind von innen in das Mauerwerk eingesetzt und haben eine 16 cm tiefe Laibung. Alle Wohnungsfenster sind als Kastendoppelfenster ausgeführt (Ausnahme Q, (Gielower Str.).

Die Erfassung der im Bauabschnitt VI vorhandenen Fenster erfolgte vor Ort, da die vorhandenen Planunterlagen darüber nicht genug Information geben. Nach Feststellung aller unterschiedlichen Formen wurde anhand der Köster-Fotos von 1930/31 und durch Material- und Farbuntersuchungen ermittelt, welche dem Original zustand entsprechen. Sämtliche Fenster wurden in ihren Abmessungen und exemplarisch auch im Detail aufgenommen, sodass die Fensterarten (Kasten-, Doppel- und Einfachfenster) mit allen unterschiedlichen Anschlägen und Einbauweisen in allen Punkten detailliert erfasst und dargestellt sind.

Zur Dokumentation wurden alle Fenster nach Wohnungs-, Treppenhaus- und Dachbodenfenster getrennt in Fensterübersichten im Maßstab 1 : 50 aufgeführt, wobei zwischen Geschosswohnungsbauten und Einfamilienreihenhäusern nicht unterschieden wurde.

Eine Zeichnung im Maßstab 1:25 gibt eine Situation des Kellerfensters mit Lichtschacht bei den Einfamilienreihenhäusern wieder. Auf diesem Blatt ist auch eine Obersicht über die Kellerfenstervarianten dargestellt. Zur Ergänzung der Kellerfenster der Einfamilienhäuser sei auf das Kapitel Sockelzone verwiesen. Die Schnittlinien auf den Übersichtzeichnungen kennzeichnen die direkt nachfolgenden Details im Maßstab 1 : 2,5. über die äußeren Abmessungen sowie über die Typenbezeichnung in Buchstaben in der Messkette sind die einzelnen Fenster in den Ansichten auffindbar. Es ist zu bemerken, dass die angegebenen Höhenmaße - Öffnungsmaße sind, d.h. die Maße berücksichtigen nicht die Zinkbleche, da diese ausnahmslos in diesem Bauabschnitt erneuert worden sind.


Vorbemerkungen zu Fassade, Dachzone

Alle Gebäude des Bauabschnitts VI haben ein Dach mit einem vorstehenden Gesims. Dabei gibt es bei dem Einfamilienreihenhäusern zwei Varianten, eine Konstruktion aus Holz und einer, bei dem kleinen Einfamilienreihenhaustyp, aus einem Betonfertigteil.

Der Dachabschluss ist überall dort, wo die Neigung beginnt, als Attika mit der gleichen Rollschicht aus rotbuntem Ziegelmauerwerk ausgebildet, die 3 - 5 cm über dem Putz liegt. Eine leichte Zinkblechbedeckung schützt die Rollschicht vor eindringendem Wasser. Als ein besonderes Gestaltungselement dieses Bauabschnitts lässt sich wohl die Ausbildung der Dachzone an den Gebäudeseiten bezeichnen. Dort führen Dachüberstand und Attika, beide etwa zur Hälfte um die Gebäudeseiten herum und der Verbindungspunkt besteht jeweils aus einem Mauerwerkstreifen, der die unterschiedlichen Höhen ausgleicht. Hinter diesen Verbindungsstellen liegen auch in den meisten Fällen die Schornsteine.

Schornsteine sind jedoch generell hier nicht dargestellt, weil sie zum einen heute in keinem Fall mehr original vorhanden sind und der Versuch einer Rekonstruktion mit den verschiedenen Anschlussstellen ohne großen Nutzen für die äußere Wiederherstellung dieses Bauabschnitts wäre. Dennoch sollen hier die historischen Fotos auf den folgenden Seiten die Ausbildung der Schornsteine belegen.

Die Dachentwässerung erfolgt generell über runde Regenrinnen. Fallrohre, die im weiten Abstand gerade vor der Fassade liegen. Fallrohre, Regenrinnen sowie die Zinkblechabdeckung auf der Attika und an anderen Stellen sind inzwischen erneuert und auf den Zeichnungen nur rekonstruiert.

Die Dächer sind über Luken vom Dachraum zu erreichen. Die unterschiedlichen Gebäudehöhen werden durch fest angebrachte Stahlleitern oder in das Mauerwerk eingelassene Steigeisen überwunden, um die unterschiedlich hohen Dächer eines Baublocks zu verbinden. Es ist darauf hinzuweisen, dass der Dachausstieg bei den Einfamilienhäusern nicht über jedes Haus erfolgte, sondern in großen Abständen, so sind beispielsweise in den Blöcken 9-13 jeweils nur 2 Dachluken angebracht.

Die Dachzonen der Einfamilienreihenhäuser sind zur Hälfte als bewohnbares Zimmer (mit entsprechend großen Fenstern an der Attikaseite) und als Bodenkammern eingeteilt. Der kleine Einfamilienreihenhaustyp (2 1/2 Zimmer) hat keinen separat ausgewiesenen Bodenraum.

Das Dach ist dort eine Klein'sche Stahlsteindecke. Die Dachneigung wird durch eine abgehängte Decke (Rohrgeflecht?) ausgeglichen.


Allgemeiner Hinweis zu Maßstäblichkeit und Verfahren

Alle Grundrisse und Schnitte im Bereich der Gebäude werden innerhalb der dynamisch generierten PDF-Dateien (bei vollen 100% Ausdrucksgröße) in der Regel im Maßstab 1:100 dargestellt. Darstellung und Bemaßung sind standardisiert, Spiegelungen wurden z.T. nicht berücksichtigt, deshalb sind alle Abmessungen vor Ausführung am Objekt zu prüfen. Jede Änderung am Objekt bedarf der denkmalrechtlichen Genehmigung durch die Untere Denkmalschutzbehörde.